
Constantin Bilz -
unser
Schachheld bei der SEM in Sebnitz
In der Ferienwoche nach den Osterfeiertagen finden traditionell
die Sächsischen Einzelmeisterschaften für Kinder und Jugendliche im Schach
statt.
So trafen sich auch in diesem Jahr vom 6. bis 10. April insgesamt
178 Jugendliche aus 50 Schachvereinen in Sebnitz, um in sechs verschiedenen
Altersklassen in einem 7 Runden-Turnier nach Schweizer System ihre Besten zu
ermitteln.
Für mich als leidender Vater einer schachbegeisterten
Tochter war es bereits die 5. Teilnahme an einer Schacheinzelmeisterschaft, die
ich als Betreuer für TuS Coswig 1920 erlebte. Und doch war diese Meisterschaft
für mich ein besonderes Ereignis, denn erstmals durfte ich auch einen
Nachwuchsspieler meines Schachvereins, Constantin
Bilz von der HSV Eintracht Seiffen,
bei seinem Debüt auf der sächsischen Schachbühne für Nachwuchsspieler
begleiten.
Ich gebe zu, es erfüllte mich schon mit großem Stolz,
endlich wieder einmal den Namen eines Schachtalentes unserer HSV Eintracht
Seiffen in der Teilnehmerliste zu lesen.
Constantin qualifizierte sich im Februar bei
der Bezirkseinzelmeisterschaft in Geyer als Bronzemedaillengewinner in der
Altersklasse u16 direkt für diese Sachseneinzelmeisterschaft.
Für mich als vermeintlicher Insider des Sächsischen
Jugendschachs kam Constantins gutes
Abschneiden und der damit verbundenen Qualifikation zur SEM einer großen
Überraschung, ja sogar einer kleinen Sensation gleich. Immerhin konnten er gleich
mehrere namhafte Nachwuchsspieler, die über viele Jahre das Spielniveau in
ihren Altersklassen mitbestimmten, hinter sich lassen.
Ich lernte Constantin vor ca. einem Jahr bei einem
Freundschaftsturnier anlässlich unseres 60jährigen Schachjubiläums bei Wolfgang
Ehnert in seinem Cafestübchen kennen. Seinerzeit gewann meine Coswiger
u10-Mannschaft ungeschlagen den Nachwuchspokal. Damals hatte Constantin am 2.
Brett spielend nur geringe Chancen. Umso beeindruckender diese tolle
Entwicklung, die er in einem Jahr Schachtraining unter Leitung von Wolfgang
Ehnert genommen hat.
Trotzdem war ich mir mit Constantin zu Beginn der Sachsenmeisterschaft darüber einig, dass
er nur geringe Chancen bei diesem Turnier haben wird. Constantin selbst hatte
sich für das Turnier vorgenommen, möglichst eine Platzierung entsprechend
seiner Wertzahl zu erreichen und in seinem 2. Turnier weitere Erfahrungen zu
sammeln.
Anmerken möchte ich, dass Constantin unmittelbar vor Turnierbeginn seine erste DWZ erhielt,
was in den „Fachkreisen“ bereits zu Nachfragen beim JSB geführt haben soll.
Das Turnier begann für mich erwartungsgemäß. Constantin verlor in der 1. Runde gegen
den auf Listenplatz 4 gesetzten Justus Zimm aus Heidenau (DWZ 1752). Dabei
spielte er eine gute Partie, wurde aber „Opfer“ seiner geringen Turniererfahrungen.
Er verlor das Spiel durch Blättchenfall bei der zweiten Zeitkontrolle.
In der 2. Runde bezwang Constantin
für mich völlig überraschend einen heißen Anwärter auf den Meistertitel, Marius
Müller (DWZ 1894) von der BSG Chemie Leipzig.
Solch ein Erfolg gibt natürlich Selbstvertrauen, was sein
nächster Gegner erfahren musste. Bereits in der Folgerunde erkämpfte Constantin
seinen zweiten Erfolg gegen Jascha Fibich (DWZ 1638) vom SV 1919 Grimma.
In den Runden 4 und 5 erreichte er jeweils Remis gegen
wertzahlstärkere Gegner aus Hoyerswerda und Dresden.
In der vorletzten Runde traf Constantin am Freitagnachmittag auf den großen Turnierfavoriten,
Jonas Dünzel (DWZ 2070) vom Schachclub 90 Niesky. Jonas zählt bereits seit
Jahren zu den Besten seiner Altersklasse, ist erfolgreicher Kaderspieler des
JSB Sachsen und wiederholt Teilnehmer der Deutschen Einzelmeisterschaft.
In einer packenden Partie, die fast 6 Stunden dauerte,
lieferte Constantin seinem Gegner einen starken Fight, der mich als
interessierten Zuschauer mächtig viele Nerven kostete und um Jahre altern lies.
Es war schon eine „geile“ Partie, die
viel Bewunderung beim fachkundigen Publikum hervorrief. Es ist wirklich schade,
dass es am Ende nicht zu der verdienten Punkteteilung reichte. Am Ende, als
beide Spieler unter akuter Zeitnot die Entscheidung suchten, zeigte sich die
Routine seines Gegenübers.
Trotz der Kräfte zehrenden Partie vom Vortag, schaffte
Constantin in der Abschlussrunde einen weiteren Punkt, seinen 3. Sieg im
Turnier.
Mit 4 Punkten aus 7
Runden belegte Constantin am Ende völlig
überraschend einen hervorragenden 4. Platz in diesem stark besetzten Turnier.
Damit war er auch Bester des Spielbezirks Chemnitz. Lohn für diese außerordentliche
Leistung wird ein DWZ- Gewinn von rund 90 Zählern sein.
Herzlichen Glückwunsch Constantin!.
Wir, die Seiffner Schachfreunde wünschen dir für deine
Zukunft alles Gute und weiterhin solche Erfolge beim Schach.
An dieser Stelle möchten wir uns aber auch ganz herzlich
beim „Vater“ des Erfolgs, unseren Wolfgang Ehnert für seine Leistung bedanken.
Viele Seiffener Kinder und Jugendliche erlernten bei ihm das Schachspiel.
Constantins Erfolg verdeutlicht uns, dass man mit 70 noch lange nicht zum alten
Eisen gehört. Bleibt uns nur die Hoffnung, dass noch mehr Schachinteressierte
den Weg nach Heidelberg finden, um von Wolfgangs Erfahrungen zu profitieren.
Gegenwärtig lernen vier Kinder das Schach spielen beim
erfahrendsten Seiffener Schachkenner. Bereits vor über einem
halben Jahrhundert scharten sich die vielen kleinen Seiffener
Schacheleven um ihn, hat er es doch vor allem immer verstanden, den
Kindern und Jugendlichen Spaß, Freude und Zielstrebigkeit am
Metier Schach zu vermitteln.
Kinder
die gespannt darauf sind, etwas Neuartiges, Interessantes kennen zu
lernen, sollten mit ihren Eltern doch einmal beim Seiffener
Schach-Kinder-und-Jugendtraining hereinschauen.
Treffpunkt ist immer freitags von 15.30 Uhr bis 17.00 Uhr in Ehnert´s Cafe-Stüb´l in Seiffen,
Hauptstraße 159 / Telefon:037362-8354
Herzliche Grüße und Glückwünsche nach Olbernhau an Eric
Zeitz von der SG Nieder- und Kleinneuschönberg und seinem Trainer Andre Ehnert.
Eric erkämpfte ebenfalls 4 Punkte und belegte am Ende Platz 8 des Turniers.
An dieser Stelle auch ein großes Dankeschön an Renè
Zimmermann von Grün-Weiß Dresden, der beiden Newcomern wertvolle Unterstützung
in schachlicher Hinsicht gab.
Rüdiger Pührer, 14. April 2010
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